In Planung

24.10.-4.11.2019
Israel und Jordanien

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Frühjahr 2020
Weltkulturerbe Mittelrheintal
mit Bingen, Boppard, Bacharach
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Frühjahr 2020
Kirchen, Klöster, Weltkultur
Juwelen rund um den Bodensee

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19. – 26.September 2020
Auf den Spuren der Etrusker und der Päpste im Mittelalter
Reise ins Latium/Italien demnächst mehr hier

Frauen im Chorgestühl

Im mittelalterlichen Chorgestühl des Erfurter Doms saßen die Domherren zwischen den Frauen. 50 Frauenfiguren teilten ursprünglich die 89 Sitze aus Eichenholz – geschnitzt Ende des 14.Jahunderts. Den Frauen von heute reichen die Holzfiguren nicht mehr. Verständlicherweise drängen sie leibhaftig ins Chorgestühl.

Die Reisegruppe des Bonner Münster-Bauvereins hatte die Ehre in die Freude vom Generalvikar des Bistums Erfurt, Prälat Raimund Beck durch den Dom geführt zu werden. Sie sahen nicht nur das Chorgestühl. Sie bestaunten die 56qm große Darstellung des Christopherus und erspähten in dem Fresko das Gesicht eines Muselmanen, der an die „Türken-Gefahr“ am Ende des 15.Jahrhunderts erinnerte. Der Einhorn-Altar findet das Interesse der jungen Frauen und vor dem Dom sieht man die verzweifelten Jungfrauen mit ihren leeren Ölgefässen.

Fast noch interessanter als der Dom war das Gespräch mit dem Generalvikar über die pastorale Situation in dem noch jungen Bistum in einem der jungen Bundesländer.

Beim Stadtrundgang sah man die Fassaden der Häuser aus unterschiedlichen Jahrhunderten. 30Jahre nach der Wiedervereinigung ein gelungenes Beispiel für den Ausbau Ost.

Ein besonderes Schmankerl am Weg: die Predigerkirche, wo einst der Mystiker der Meister Eckhart gelebt hat. Die Madonna mit dem gealterten Jesus fand das besondere Interesse.

Dies war der letzte Beitrag von dieser Reise. Wenn Sie sich für mich und meine Texte interessieren, lesen Sie nach auf meinen Blogs: http://Blog.wilfried-Schumacher.de oder http://WWW.wortzumtag.blog

Den nächsten Reise-Blog gibt es hier wieder im August. Dann geht es in den Elsass.

Kreativität der Vernichtung

Wenn man das Eichsfeld besucht und quasi über der alten „Zonengrenze“ wohnt, ist ein Besuch des Grenzlandmuseums in Teistungen mehr als eine Pflicht. Hier sieht man wie aus einem einfachen Stacheldrahtzaun aus den Anfängen ein immer undurchdringliches Grenzbollwerk wurde.

Die Allierten haben mit dieser Grenze nicht nur ein Land und einen ganzen Kontinent geteilt, vor allem wurden Familien und Freunde auseinandergerissen. Die kommunistischen Schergen sorgten dafür, dass sie nicht so schnell wieder zueinander finden konnten.

Man ist tief entsetzt über die Kreativität der Vernichtung, mit der sie verhinderten, dass Menschen das sozialistische Arbeiter- und Bauernparadies verlassen konnten. Wenn jemand es trotzdem versuchte und bis zu den ausgeklügelten Grenzanlagen vorstieß, galt der Schießbefehl von Menschenhand ausgeführt, oder durch Minen und Selbstschußanlagen vollzogen. Über 800 Toten waren bis 1989 an der 1400km langen innerdeutschen Grenze zu beklagen. Ermordet durch eine Diktatur, die bei den braunen Verbrechern der Nazizeit wohl „in die Lehre“ gegangen war.

Am 70.Geburtstag des Grundgesetzes und drei Tage vor der Europa-Wahl ein Besuch der nachdenklich werden lässt und gleichzeitig verbietet, bei der Wahl die Parteien am rechten und linken Rand zu wählen. Sie geben zwar vor, den Menschen dienen zu wollen, sind aber geprägt von der Kreativität der Vernichtung in ihrer Vergangenheit. Es gilt das Wort von Wolfgang Borchert „Sagt Nein!“.

Heute dürfen wir dankbar sein für die Freiheit, die den Menschen nach 60 Jahren Diktatur vor 30 Jahren geschenkt wurde. Europa heißt auch, wir können und dürfen uns frei bewegen. Wer das Grenzlandmuseum besucht, weiß dieses wieder neu zu schätzen.

Atzmann und Geschlechtsumwandlung

Ein mittelalterlicher Atzmann (kein Schreibfehler) und eine wahrscheinliche Geschlechtsumwandlung begegnet dem Besucher in der alten Martinsbasilika in Heiligenstadt.

Der Atzmann – „ein stummer Diener für laute Töne“ – trug im Mittelalter die Choralbücher der Stiftsherren

Aureus und Justinus – die Stadtpatrone von Heiligenstadt (die Heilige Stätte) – waren, so sagt die eine Überlieferung ein heiliger Bischof aus Mainz und sein Diakon, deren Reliquien im 9.Jahrhundert ins damalige Zünchen gebracht und damit den Ruhm der Heiligen Stätte begründeten. Die andere Überlieferung spricht von einem heiligen Geschwisterpaar Aureus und Justina, dessen weiblicher Teil einer mehr oder weniger frommen Geschlechtsumwandlung unterzogen wurde. (Maria 2.0 übernehmen Sie!)

Aureus und Justinus/a – Grabmal aus dem 14.Jahrhundert – heute in St.Aegidien

St.Marien, St. Aegidien und St.Martin die großen Kirchen prägen auch heute noch das Bild der Heiligenstädter Innenstadt und geben auch heute noch ein Zeugnis vom Zusammenhalt der Christen in der kommunistischen Diktatur.

Vom Glauben der Christen im katholischen Eichsfeld zeugen auch noch andere Orte. Stätten der Volksfrömmigkeit durch die Jahrhunderte. Die Wallfahrtskirche in Etzelsbach, wo eine Pieta, eine Darstellung der schmerzhaften Muttergottes, die Menschen einlädt, ihr Leid, ihre Sorgen und Nöte abzuladen und mit ihr unter dem Kreuz Jesu auszuhalten. Oder das Klüschen Hagis, eine alte Einsiedelei und Wallfahrtskirche, die weit über die enger Umgebung hinaus Bedeutung hatte, etwa bei der großen Männer-Wallfahrt, wo sich 10.000 Männer Kraft holten, um den Schikanen der atheistischen Machthaber zu widerstehen. Für die Rheinländer Szenarien, die man sich kaum vorstellen kann.

Das tägliche Brot

Wenn ein ehemaliger Innungsmeister der Bäckerinnung und Mitglied im Bauverein mit auf Reisen geht, wundert es nicht, wenn die Gruppe als kleine Überraschung im Programm das Europäische Brotmuseum in Ebergötzen besucht, wo man 6000 Jahre Kulturgeschichte des Brotes bestaunen kann. Klaus Stendebach ließ es sich nicht nehmen, die vielen Exponate des Museums vorzustellen. Alle staunten über das, was sie über das Handwerk des Bäckers erfuhren. Drakonische Strafen gab es für die Bäcker, die zu kleine Brötchen backten. Besondere Aufmerksamkeit fand die Vitrine, die jüdische Ritualbrote zeigte. Wir wurden dankbar für das tägliche Brot und für jene, die es erzeugen.

Wenn der Teufel den Turm verdreht

WestturmDuderstadt

Der Teufel hat den Turm verdreht – da waren sich die Duderstädter Frauen im Mittelalter einig. Schließlich hatte der Böse den Mannsleuten bei ihrem Alkoholgenuss beigestanden und rettete sich vor der Wut der Weiberleut auf den Westturm der Stadtbefestigung, der von der Wucht des Bösen rotierte. In Wahrheit waren es die mittelalterlichen Bauleute, deren Fehlkonstruktion für diesen seltsamen Turm sorgte.

Über 600 Fachwerhäuser aus unterschiedlichen Jahrhunderten kann man heute noch in der niedersächsischen Grenzstadt zu Thüringen bestaunen. Prachtvolle Fassaden und alte Türen.

St.Cyriakus – der Eichsfelder Dom – beherrscht das Stadtbild auf der einen Seite der großen Hauptstraße. St. Servatius, Geschenk der Preußen an die evangelische Bevölkerung, die andere Seite. Frisch renoviert empfängt die Päpstliche Basilika Minor den Besucher mit den Gildeleuchtern am Eingang der Kirche.

Eines der ältesten Rathäuser Deutschlands steht in Duderstadt. Um 1302/1302 entstand der Kern des Gebäudes.

Axt und Rosen

Der eine nahm die Axt, die andere kam mit Rosen. So gegensätzlich waren die beiden ersten Stationen auf der Reise des Bonner-Münster-Bauvereins ins Eichsfeld.

In Marburg begegneten sie der Hl. Elisabeth, der großen Heiligen der Nächstenliebe. An ihrem Grab versammeln sich nicht nur die Vornehmen und Frommen, sondern auch die Siechen und Lahmen, die Armen und Geschundenen. Ihr Ehemann, der ihr Engagement missmutig verfolgte, fand in seinem Ehebett nicht den Leprakranken, um den sich seine Frau bemüht hatte, sondern ein Abbild des Gekreuzigten. Und als er sie zur Rede stellt, weil er in ihrer Schürze Brot für die Armen vermutet, fällt ihm stattdessen ein Strauß Rosen in die Hände.“Wenn das Brot, das wir teilen als Rose blüht.“

Der Landgraf findet den Gekreuzigten in seinem Ehebett

Auf der Tumba der Heiligen sehen wir unten die Menschen, die wohl am meisten um sie trauerten

Elisabeth-Fenster von 1248 – ein Werk der Barmherzigkeit; Kranke besuchen

Blick in die älteste gotische (Hallen)Kirche Deutschlands

Das Rosenwunder – wenn das Brot, das wir teilen

Gotischer Tympanon – Muttergottes und das Kind inmitten von Rosen und Weintrauben

St.Elisabeth in Marburg – älteste gotische Kirche Deutschlands

Mit der Axt zertrümmerte Winfried-Bonifatius die heidnische Donar-Eiche. Zeichen des Sieges des Christengottes über die heidnischen Gottheiten. Aus dem Holz des Baumes baute er eine erste Kapelle und begründete somit den Ruhm Fritzlars. Die Basilika, wie das Bonner Münster Mittelpunkt eines geistlichen Stifts wurde von Baumeistern aus Speyer und Worms gebaut und zeigt Elemente seiner rheinischen Verwandtschaft.
Ein Tag mit einer einfachen Botschaft – Glauben ohne Nächstenliebe ist nicht möglich.

Bonifatius fällt die Donar-Eiche

Petrus-Basilika in Fritzlar – so alte wie das Bonner Münster – der rheinische Einfluss ist unverkennbar

Krypta der Fritzlarer Basilika – Ursprünge im 11.Jahrhundert

Blick auf den Marktplatz in Fritzlar

Masken an den alten Häusern sollen das Böse abwehren

Von den ursprünglich 23 Wehrtürmen der 2,7km langen Stadtmauer stehen heute noch sieben. Am Grauen Turm begann unsere Stadtführung